Die südliche Begrenzung der Hauptburginsel von Angern stellt einen der bedeutendsten Abschnitte der gesamten Burganlage dar. Ihre unmittelbare Lage am Wassergraben, die Verbindung zur Turminsel sowie die massive Bruchsteinstruktur machen sie zu einem Schlüsselbereich für die bauhistorische Analyse. Insbesondere die südwestliche Partie mit der erhaltenen Ringmauer sowie die südliche Außenwand des Palas bieten Einblicke in die hochmittelalterliche Wehr- und Wohnarchitektur Norddeutschlands.
Befund E3: Westliche Ringmauer
Befund E4: Nördliche Ringmauer
Befund E1: Östliche Außenwand des Palas (im Verband der Ringmauer)
Befundbeschreibung
Lage und Kontext: Der untersuchte Mauerabschnitt befindet sich an der Ostseite der Hauptburginsel der Burg Angern und bildet die Außenwand eines tonnengewölbten Erdgeschossraumes des Palas. Die Wand verläuft parallel zum östlichen Abschnitt der Ringmauer und liegt unmittelbar an der Grabenkante des ehemaligen wasserführenden Ringgrabens.
Die Wand ist funktional dem Palas zuzuordnen, auch wenn sie konstruktiv Teil der äußeren Begrenzung der Hauptburg ist. Eine direkte bauliche Verbindung zur südlich gelegenen Turminsel besteht nicht; es handelt sich um eine räumliche, nicht konstruktive Beziehung.
Der Befund ist durch Bauaufnahmen, ältere Dokumentationen sowie durch den Duncker-Stich des 19. Jahrhunderts belegt.

Östliche Außenwand des Palas mit Fensterzone (Duncker-Stich)
Bauanalytische Einordnung
Der Mauerabschnitt weist eine klare Gliederung auf, die mehrere Bauphasen erkennen lässt. Unterschieden werden können ein zentraler Bereich mit Fensteröffnung, ein nördlicher Abschnitt mit Reparaturspuren sowie ein südlicher Abschnitt mit mehrschichtiger Bauausbildung.
Mittlerer Abschnitt (Fensterzone): Der zentrale Bereich besteht aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk mit lagiger Schichtung. Die verwendeten Steine sind überwiegend unbehauen, vereinzelt grob zugerichtet. Der Mörtel ist kalkgebunden mit feinkörnigen Zuschlägen.
Die segmentbogige Fensteröffnung ist mit einer Ziegellaibung gefasst. Die Ziegel tragen die Prägung „Kehnert“ und sind daher dem 19. Jahrhundert zuzuordnen. Die Öffnung stellt eine sekundäre Überarbeitung dar, möglicherweise im Zusammenhang mit einem Teilverlust der äußeren Mauerschale oder einer funktionalen Umnutzung.
Nördlicher Abschnitt: Dieser Bereich zeigt ein feiner geschichtetes Bruchsteinmauerwerk mit gleichmäßiger Lagerung. Eine vertikale Trennfuge mit leichtem Versatz deutet auf eine eigenständige Bauphase oder eine Reparaturmaßnahme hin. Eingestreute Backsteinfragmente sprechen für einen späteren Eingriff.
Südlicher Abschnitt: Der südliche Bereich gliedert sich in drei Zonen:
- Unterbau: Großformatiges Bruchsteinmauerwerk mit homogener Struktur, vermutlich bauzeitlich.
- Mittelzone: Horizontale Backsteinlage, wahrscheinlich frühneuzeitliche Aufmauerung.
- Oberzone: Verputztes Mischmauerwerk mit jüngeren Fensteröffnungen des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts.
Eine segmentbogige Öffnung im unteren Bereich könnte auf eine sekundäre Nutzung als Durchlass oder Zugangselement hinweisen; ihre Funktion ist jedoch nicht eindeutig bestimmbar.
Wandstärke: Die Wand weist eine Stärke von etwa 90 cm auf. Diese liegt deutlich unter den für Wehrmauern üblichen Dimensionen und spricht gegen eine primär defensive Funktion.
Bauphasen
Der Befund lässt sich in mindestens drei Bauphasen gliedern:
- 1. Bauphase (14. Jahrhundert): Errichtung des Bruchsteinmauerwerks als Teil des Palas.
- 2. Bauphase (17.–18. Jahrhundert): Reparaturen und partielle Aufmauerungen, insbesondere im nördlichen und südlichen Wandbereich.
- 3. Bauphase (19.–20. Jahrhundert): Überformung durch Ziegelergänzungen, Putzschichten und neue Fensteröffnungen.
Funktionale Interpretation
Die Wand ist als Teil eines funktional genutzten Erdgeschossbereichs des Palas zu interpretieren. Die Lage am Graben, die geringe Wandstärke sowie die vorhandenen Öffnungen sprechen für eine Nutzung als Lager- oder Vorratsraum.
Die Einbindung in die äußere Begrenzung der Hauptburg verdeutlicht die funktionale Verschränkung von Wohn- und Wehrarchitektur. Während die eigentliche Ringmauer wehrhafte Funktionen erfüllte, diente die hier untersuchte Wand primär der Raumumschließung.
Die sekundären Eingriffe belegen eine fortlaufende Anpassung der Nutzung, insbesondere im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Anlage nach der Zerstörung von 1631.
Bewertung
Der Befund E1 stellt einen vielschichtigen Mauerabschnitt dar, in dem mehrere Bauphasen überlagert sind. Die Kombination aus bauzeitlicher Substanz, frühneuzeitlichen Reparaturen und neuzeitlichen Überformungen erlaubt eine differenzierte bauhistorische Analyse.
Besonders hervorzuheben ist die klare funktionale Trennung zwischen der Palaswand und der eigentlichen Ringmauerstruktur. Die reduzierte Wandstärke sowie die Lage am Gewölberaum belegen, dass es sich nicht um eine primär wehrhafte Konstruktion handelt.
Der Befund liefert damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der inneren Funktionsgliederung der Burg Angern und dokumentiert die langfristige bauliche Entwicklung der Anlage über mehrere Jahrhunderte hinweg.

Östliche Außenwand des Palas

Lageplan der Burganlage Angern
Befund E2: Südliche Ringmauer der Hauptburg
Befundbeschreibung
Lage: Die Mauer bildet die südliche Begrenzung der Hauptburginsel und grenzt unmittelbar an den ehemaligen wasserführenden Graben zur Turminsel.
Westlicher Abschnitt: Der westliche Teil besteht aus großformatigen, unregelmäßig behauenen Feldsteinen in lagerhaftem Bruchsteinmauerwerk (vgl. Befund I1). Die sichtbare Höhe beträgt etwa 2,50–3,00 m, die Wandstärke wird auf ca. 1,80–2,00 m geschätzt. Öffnungen sind nicht vorhanden.
Östlicher Abschnitt: Im östlichen Teil besteht der untere Bereich aus Bruchsteinmauerwerk in Kalkmörtelbindung. Darüber folgen mehrere Ziegelschichten mit unterschiedlichen Verbandstechniken und horizontalen Versätzen, die auf mehrere Bauphasen hinweisen.


Mauerabschluss: Der obere Abschluss besteht aus einer sekundären Ziegelaufmauerung mit unregelmäßigem Verband.
Erhaltungszustand: Im unteren Wandbereich ist eine horizontale Feuchtezone mit Ausblühungen, Mörtelverlust und Verfärbungen erkennbar. Diese steht vermutlich im Zusammenhang mit kapillar aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Grabenbereich.
Bauanalytische Einordnung
Der Mauerabschnitt zeigt eine klare Zweiteilung in einen massiven Bruchsteinkern und darüberliegende Ziegelaufmauerungen. Im Übergangsbereich ist eine horizontale Versatzlinie erkennbar, die als Trennlinie zwischen Bauphasen interpretiert werden kann.
Der untere Bruchsteinbereich weist eine homogene Struktur auf und ist aufgrund seiner Materialität, Lage und Ausführung mit hoher Wahrscheinlichkeit der bauzeitlichen Phase des 14. Jahrhunderts zuzuordnen.
Die darüberliegenden Ziegelbereiche zeigen Unterschiede in Verband, Mörtel und Ausführung, die auf mehrere nachmittelalterliche Eingriffe hindeuten. Diese stehen vermutlich im Zusammenhang mit Geländeanpassungen und baulichen Veränderungen im Zuge der späteren Nutzung der Anlage.
Die sekundäre Ziegelaufmauerung im oberen Bereich ist als Maßnahme zur Stabilisierung und Höhenanpassung zu interpretieren.
Bauphasen
- 1. Bauphase (14. Jahrhundert): Errichtung der Bruchsteinmauer als Teil der Ringmauer.
- 2. Bauphase (17.–18. Jahrhundert): Aufmauerungen und Anpassungen im oberen Wandbereich.
- 3. Bauphase (neuzeitlich): weitere Ausbesserungen und sekundäre Eingriffe.
Funktionale Interpretation
Die Mauer ist als Teil der äußeren Begrenzung der Hauptburg zu interpretieren und erfüllt sowohl eine abgrenzende als auch eine verteidigungsbezogene Funktion.
Die Lage am Wassergraben sowie die erhebliche Wandstärke sprechen für eine wehrhafte Ausrichtung in diesem Abschnitt der Anlage. Im Gegensatz zur östlichen Palaswand (vgl. Befund E1) handelt es sich hier um einen eindeutig defensiv konzipierten Mauerzug.
Die Ausrichtung zur Turminsel legt eine funktionale Beziehung innerhalb des Verteidigungssystems nahe, ohne dass ein direkter baulicher Zusammenhang nachweisbar ist.
Kontext der Brückenkonstruktion
Im Bereich der südlichen Ringmauer besteht ein Zusammenhang mit der späteren Brückenverbindung zur Turminsel. Die heute vorhandene Ziegelbrücke stellt eine neuzeitliche Konstruktion dar und ersetzt eine ältere Verbindung, die vermutlich aus Holz bestand.
Die Unterschiede in Material und Bauweise verdeutlichen den Übergang von mittelalterlicher Wehrarchitektur zu späteren baulichen Anpassungen im Rahmen der Umnutzung der Anlage.
Bewertung
Die südliche Ringmauer stellt einen zentralen Befund für die bauhistorische Analyse der Burg Angern dar. Der gut erhaltene Bruchsteinbereich dokumentiert die bauzeitliche Ausführung der Ringmauer, während die darüberliegenden Ziegelzonen mehrere nachmittelalterliche Eingriffe belegen.
Die klare Trennung zwischen ursprünglicher Bausubstanz und späteren Ergänzungen erlaubt eine differenzierte Rekonstruktion der Bauentwicklung. Der Befund liefert damit wesentliche Hinweise auf die strukturelle und funktionale Entwicklung der Burganlage über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Befund E3: Westliche Ringmauer der Hauptburg
Befundbeschreibung
Lage und Kontext: Die westliche Ringmauer der Hauptburg Angern verläuft entlang des ehemaligen Wassergrabens und bildet die äußere Begrenzung der Burganlage zur Vorburg. Der Mauerzug erstreckt sich zwischen dem Bereich der historischen Brückenverbindung im Süden und dem nördlich anschließenden Baukörper jüngerer Zeitstellung.
Die Mauer folgt einer leicht gebogenen Linie parallel zum Grabenverlauf und ist über weite Strecken erhalten. Die obere Partie ist teilweise durch Bewuchs überdeckt.

Bauanalytische Einordnung
Unterer Mauerbereich: Das aufgehende Mauerwerk besteht im unteren Bereich aus unregelmäßigem Bruchstein, überwiegend aus Feld- und Granitsteinen (vgl. Befund I1). Die Verarbeitung ist lagerhaft, mit kalkgebundenem Mörtel.
Dieser Abschnitt ist aufgrund seiner Materialität, Ausführung und Lage mit hoher Wahrscheinlichkeit der bauzeitlichen Phase des 14. Jahrhunderts zuzuordnen.
Oberer Mauerbereich: Oberhalb des Bruchsteinsockels folgt eine Aufmauerung aus Ziegeln. Verband, Format und Mörtelstruktur weisen auf eine nachmittelalterliche Bauphase hin, vermutlich im 17. oder frühen 18. Jahrhundert.
Die Trennlinie zwischen Bruchstein- und Ziegelzone ist in mehreren Bereichen klar erkennbar und markiert eine bauliche Zäsur.
Fensteröffnungen und Umbauten
In der Ziegelzone befinden sich mehrere vermauerte Fensteröffnungen (vgl. Befund E5). Diese sind durch segmentbogige Sturzformen und ein vom umgebenden Mauerwerk abweichendes Fugenbild gekennzeichnet.
Die unregelmäßige Ausbildung, das Fehlen von Gewänden sowie die asymmetrische Verteilung sprechen für eine nachträgliche Öffnung dieser Fenster. Eine bauzeitliche Entstehung ist aufgrund der Lage im Mauerverband und der Materialausführung auszuschließen.
Die Öffnungen sind als sekundäre Eingriffe zu interpretieren, die vermutlich im Zusammenhang mit einer Umnutzung der Ringmauer als Rückwand von Wirtschafts- oder Funktionsräumen entstanden.
Erhaltungszustand
Die Mauer weist lokal Witterungsschäden, Ausspülungen im Sockelbereich sowie Bewuchs in der oberen Zone auf. Die strukturelle Integrität des Bruchsteinmauerwerks ist jedoch weitgehend erhalten.
Im Ziegelbereich sind Mörtelausbrüche sowie Spuren von Umbauten erkennbar. Vegetationseinflüsse haben teilweise zu Lockerungen einzelner Mauerpartien geführt.
Bauphasen
- 1. Bauphase (14. Jahrhundert): Errichtung der Bruchsteinmauer als Teil der Ringbefestigung.
- 2. Bauphase (17.–18. Jahrhundert): Aufmauerung in Ziegel sowie Einfügung von Fensteröffnungen.
- 3. Bauphase (neuzeitlich): Vermauerung der Öffnungen und weitere kleinere Eingriffe.
Funktionale Interpretation
Die westliche Ringmauer ist als primär defensiv konzipierter Mauerzug zu interpretieren. Ihre Lage am Wassergraben sowie die erhebliche Wandstärke sprechen für eine Funktion als äußere Begrenzung und Schutzlinie der Hauptburg.
Die später eingefügten Fensteröffnungen belegen eine Veränderung der Nutzung. Die Mauer wurde in dieser Phase offenbar nicht mehr ausschließlich als Wehrmauer genutzt, sondern teilweise in funktionale Raumzusammenhänge integriert.
Bewertung
Die westliche Ringmauer stellt einen zentralen Befund für die bauhistorische Entwicklung der Burg Angern dar. Der gut erhaltene Bruchsteinsockel dokumentiert die bauzeitliche Ringbefestigung, während die Ziegelaufmauerungen und Fensteröffnungen eine nachmittelalterliche Umnutzung belegen.
Der Befund zeigt deutlich die Überlagerung mehrerer Bauphasen und erlaubt eine differenzierte Rekonstruktion der baulichen Entwicklung vom mittelalterlichen Wehrbau hin zu einer funktional angepassten Struktur der frühen Neuzeit.
Die Mauer ist damit ein wesentlicher Bestandteil für das Verständnis der Transformation der Burganlage und ihrer Nutzung über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Befund E4: Nördliche Ringmauer der Hauptburg
Befundbeschreibung
Lage und Kontext: Die nördliche Ringmauer der Hauptburg Angern bildet die Begrenzung der Hauptburg zur Dorfseite hin. Sie verläuft entlang des ehemaligen Wassergrabens und erstreckt sich zwischen dem Übergang zur westlichen Ringmauer im Nordwesten und dem Bereich der Brückenanlage im Westen.
Die Mauer liegt dem Ort Angern zugewandt und ist von der Außenseite des Grabens aus einsehbar. Die dokumentierte Ansicht zeigt den mittleren Abschnitt der Mauer.

Bauanalytische Einordnung
Unterer Mauerbereich: Der untere Bereich besteht aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk aus Feldsteinen, Granit und Gneis (vgl. Befund I1). Die Steine sind in kalkhaltigem Mörtel mit breiten Lagerfugen gesetzt. Das Mauerwerk wirkt lagerhaft, jedoch ohne regelmäßige Schichtung.
Die unterste Zone zeigt Ablagerungen aus Algen und Sedimenten, was auf eine langfristige Wasserbelastung durch den angrenzenden Graben hinweist.
Mittlerer Mauerbereich: Der mittlere Abschnitt ist durch Mischmauerwerk und Ziegelergänzungen geprägt. Eine größere Reparaturzone aus regelmäßig geformten, industriell gefertigten Ziegeln hebt sich deutlich vom umgebenden Bruchsteinmauerwerk ab. Die Material- und Mörtelunterschiede sprechen für eine nachmittelalterliche Ausbesserung.
Oberer Mauerbereich: Die obere Partie ist stark von Bewuchs überdeckt. Eine ursprüngliche Mauerkrone oder konstruktive Elemente wie Wehrgänge sind nicht sichtbar.
Erhaltungszustand
Das Bruchsteinmauerwerk im unteren Bereich ist weitgehend stabil, zeigt jedoch Feuchteschäden und biologische Überprägung. Im Bereich der Ziegelreparaturen sind Mörtelauswaschungen, Rissbildungen und unzureichende Verzahnungen mit dem Altbestand erkennbar.
Lokale Setzungen sowie Verformungen im Mauerverlauf deuten auf langfristige statische Belastungen hin, möglicherweise durch Wurzelwachstum oder Bodenbewegungen.
Bauphasen
- 1. Bauphase (14. Jahrhundert): Errichtung des Bruchsteinmauerwerks als Teil der Ringbefestigung.
- 2. Bauphase (17.–18. Jahrhundert): erste Reparaturen und Anpassungen im Zuge der Nachnutzung.
- 3. Bauphase (19.–20. Jahrhundert): größere Ziegelreparaturen und Überformungen.
Funktionale Interpretation
Die nördliche Ringmauer ist als Bestandteil der äußeren Begrenzung der Hauptburg zu interpretieren und erfüllte ursprünglich eine wehrhafte Funktion gegenüber der Dorfseite.
Die Lage am Wassergraben sowie die massive Ausführung des Bruchsteinsockels sprechen für eine defensive Nutzung. Die späteren Eingriffe belegen eine Umnutzung des Mauerzugs, bei der die ursprüngliche Wehrfunktion zunehmend in den Hintergrund trat.
Die Überformung und der Bewuchs lassen darauf schließen, dass die Mauer in der Neuzeit als Grundstücksbegrenzung oder Stützmauer in die Park- und Gartenstruktur integriert wurde.
Bewertung
Die nördliche Ringmauer stellt einen wichtigen Befund für die bauhistorische Entwicklung der Burg Angern dar. Der erhaltene Bruchsteinsockel dokumentiert die bauzeitliche Ringbefestigung, während die darüberliegenden Reparaturzonen eine kontinuierliche Nutzung und Anpassung belegen.
Der Befund zeigt die schrittweise Transformation der Ringmauer von einer wehrhaften Begrenzung zu einer funktional angepassten Struktur innerhalb der nachmittelalterlichen Nutzung der Anlage.
Eine Freilegung der überwachsenen Mauerbereiche sowie eine detaillierte bauarchäologische Untersuchung könnten zusätzliche Erkenntnisse zur ursprünglichen Bauform und zum Verlauf der Mauerkrone liefern.
Empfehlungen für die weitere Untersuchung
- Detaillierte Baufugenkartierung und Profilaufnahme
- Mörtel- und Materialanalysen
- Untersuchung möglicher Reststrukturen der Mauerkrone
- Archivalische Recherche zur Nutzung der Ringmauer nach 1650
- Kartierung biologischer Schäden und konservatorische Bewertung